Wenn Arbeit auf die Seele schlägt
Arbeit ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens, der für Wohlbefinden und psychische Gesundheit durch das Erleben von persönlicher Produktivität, Kreativität und Selbstverwirklichung einen wichtigen Pfeiler darstellt. Doch Arbeit kann auch zum Auslöser von Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten werden.
Inhaltsverzeichnis
Permanenter Stress am Arbeitsplatz kann Krankheiten auslösen
Arbeitsbedingungen können in vielerlei Hinsicht die Gesundheit gefährden: nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Das Problem ist, dass ein seelisch krankmachender Job meist schwer zu erkennen ist. Und anders als bei körperlich gefährdenden Berufen, ist es auch schwieriger, die Ursache zu beheben: Mit einem Schutzhelm oder einer Atemmaske ist es hier nicht getan. Psychische Störungen oder Erkrankungen sind der dritthäufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit. Die Hintergründe seelischer Erkrankungen sind zumeist komplex und durch verschiedene Faktoren geprägt. Mittlerweile wurden in zahlreichen Studien jedoch typische Faktoren identifiziert, die auf die Arbeitssituation als einen bedeutsamen Verursacher schließen lassen:
- Wandel der Arbeitswelt: Aufgaben werden komplexer, erfordern mehr Wissen und Verantwortung
- Permanenter Zeitdruck und ständige Befürchtungen, Aufgaben nicht zeitgerecht bewältigen zu können
- Angst vor Arbeitsplatzverlust und prekäre Arbeitsverhältnisse, beispielsweise Leih- oder Zeitarbeit.
- Nur geringe oder keine Mitsprachemöglichkeiten bei der Aufgaben- und Arbeitsplatzgestaltung
- Mangelnde Wertschätzung durch Vorgesetzte, sowohl hinsichtlich Entlohnung, als auch hinsichtlich Rückmeldungen zur Arbeitsleistung, Aufstiegschancen, Weiterbildungsmöglichkeiten.
- Mangelnde Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen, schlechtes Betriebsklima, im Extremfall Mobbing.
Burnout: Wenn Körper und Seele an Grenzen stoßen
Wenn man im Beruf dauerhaft unter Stress steht und außerhalb der Arbeit keine Erholung findet, kann dies zu einem Burnout-Syndrom führen - einem Erschöpfungszustand verbunden mit dem Gefühl, völlig ausgebrannt zu sein.
Häufig sind Personen davon betroffen, die sich selbst zu viel zumuten und sich im Beruf beweisen wollen. Sie ziehen sich aus dem Privatleben zurück und definieren sich stark über ihre Leistung im Beruf. Kann die Arbeit den Verlust der privaten Lebensqualität nicht mehr kompensieren, empfinden die Betroffenen sie nicht länger als Bestätigung, sondern eher erschöpfend und belastend. Sie fühlen sich frustriert, stumpfen zunehmend ab und werden lustlos. Dauert diese Überlastung über einen längeren Zeitraum an, steigert es die Chancen, dass psychische Störungen entstehen, beispielsweise Depressionen. Nicht nur Männer und Frauen in verantwortungsvollen Führungspositionen sind betroffen, es kommt in allen Berufsgruppen vor. Das Burnout-Syndrom gilt nicht als eigenständiges Krankheitsbild, sondern als Syndrom, welches im Zusammenhang mit arbeitsbezogener Überlastung steht. Je nach Ausprägungsgrad bedürfen Menschen mit Burnout einer professionellen Behandlung.
Tipps zum Weiterlesen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Wissensreihe Männergesundheit - Burnout
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Wissensreihe Männergesundheit - Work-Life-Balance
- Gesundheitsinformation.de: Was ist ein Burnout?
- Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA): Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz
Letzte Aktualisierung: Oktober 2024